Assistenzarzt Gehalt 2026: Tarifvertrag TV-Ärzte im Überblick
Assistenzarzt Gehalt 2026: aktuelle Entgelttabellen TV-Ärzte VKA und TdL, Zuschläge, Stufenaufstieg und was nach den Tariferhöhungen wirklich drin ist.

Wer 2026 als Assistenzärztin oder Assistenzarzt in die Klinik startet oder den Arbeitgeber wechselt, trifft auf zwei frisch angepasste Tarifverträge: Der TV-Ärzte VKA für kommunale Krankenhäuser wurde zum 1. Juni 2026 erhöht, für die Universitätskliniken gilt seit dem Abschluss vom 9. Juni 2026 eine neue Entgelttabelle rückwirkend ab April. Was das konkret für Dein Assistenzarzt Gehalt 2026 bedeutet, welche Zuschläge dazukommen und wie schnell das Grundgehalt steigt, zeigt dieser Überblick.
Assistenzarzt Gehalt 2026: Das verdienst Du nach TV-Ärzte VKA
Die meisten Assistenzärzt:innen in Deutschland arbeiten an kommunalen Krankenhäusern. Dort regelt der TV-Ärzte VKA das Gehalt, den der Marburger Bund mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verhandelt. Zum 1. Juni 2026 wurden die Tabellenentgelte um 2 Prozent angehoben. Die aktuelle Entgelttabelle gilt bis zum 31. Dezember 2026.
Als Assistenzärztin oder Assistenzarzt wirst Du in die Entgeltgruppe I eingruppiert. Innerhalb dieser Gruppe entscheidet allein Deine ärztliche Berufserfahrung über die Stufe und damit über das Monatsbrutto:
Stufe (Berufsjahr) | Brutto/Monat | Brutto/Jahr (ca.) |
Stufe 1 (1. Jahr) | 5.722,05 € | 68.665 € |
Stufe 2 (2. Jahr) | 6.046,42 € | 72.557 € |
Stufe 3 (3. Jahr) | 6.278,07 € | 75.337 € |
Stufe 4 (4. Jahr) | 6.679,58 € | 80.155 € |
Stufe 5 (5. Jahr) | 7.158,37 € | 85.900 € |
Stufe 6 (6. Jahr) | 7.355,29 € | 88.263 € |
Entgelttabelle TV-Ärzte VKA, Entgeltgruppe I, gültig vom 01.06.2026 bis 31.12.2026. Quelle: Marburger Bund. Jahreswerte gerundet (Monatsentgelt x 12, ohne Zuschläge).
Zur Einordnung: Bis zum 31. Mai 2026 lag das Einstiegsgehalt in Stufe 1 bei 5.609,85 Euro. Die Erhöhung um 2 Prozent bringt Berufseinsteiger:innen also rund 112 Euro mehr im Monat. Wichtig zu wissen: Die Tabellenwerte sind reine Grundgehälter. Bereitschaftsdienste, Rufbereitschaften und Zeitzuschläge kommen obendrauf und machen in der Praxis einen erheblichen Teil des Einkommens aus.
TV-Ärzte TdL: Assistenzarzt Gehalt an Unikliniken
An den landeseigenen Universitätskliniken gilt der TV-Ärzte TdL, den der Marburger Bund mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder verhandelt. Am 9. Juni 2026 haben sich beide Seiten auf einen neuen Abschluss für rund 25.000 Ärztinnen und Ärzte geeinigt: Die Gehälter steigen rückwirkend zum 1. April 2026 um 2,95 Prozent und zum 1. September 2027 um weitere 2,45 Prozent. Die Laufzeit beträgt 28 Monate, bis zum 31. Juli 2028.
Für Assistenzärzt:innen (Entgeltgruppe Ä1) ergeben sich daraus bei einer 40-Stunden-Woche folgende Monatsgehälter:
Stufe (Berufsjahr) | ab 01.04.2026 | ab 01.09.2027 |
Stufe 1 (1. Jahr) | 5.792,90 € | 5.934,83 € |
Stufe 2 (2. Jahr) | 6.121,26 € | 6.271,23 € |
Stufe 3 (3. Jahr) | 6.355,79 € | 6.511,51 € |
Stufe 4 (4. Jahr) | 6.762,34 € | 6.928,02 € |
Stufe 5 (5. Jahr) | 7.247,00 € | 7.424,55 € |
Stufe 6 (6. Jahr) | 7.436,05 € | 7.618,23 € |
Entgelttabelle TV-Ärzte TdL, Entgeltgruppe Ä1 (Arzt/Ärztin), 40-Stunden-Woche. Quelle: Marburger Bund, vorläufige Entgelttabellen zur Tarifeinigung vom 09.06.2026 (vorbehaltlich der Redaktion).
Beachte: Nicht jede Uniklinik fällt unter den TdL. Abweichende Tarifverträge gelten unter anderem für die Universitätskliniken in Berlin, Hamburg, Hessen und Mainz sowie in Baden-Württemberg (TV-UK). Die Gehälter bewegen sich dort aber auf einem vergleichbaren Niveau.
VKA oder TdL: Wo verdienen Assistenzärzt:innen mehr?
Beim reinen Grundgehalt liegt die Uniklinik 2026 in jeder Stufe leicht vorn. Der direkte Vergleich der beiden Entgelttabellen zeigt Unterschiede von rund 70 bis 90 Euro im Monat:
Stufe | TV-Ärzte VKA | TV-Ärzte TdL | Differenz |
Stufe 1 | 5.722,05 € | 5.792,90 € | + 70,85 € |
Stufe 2 | 6.046,42 € | 6.121,26 € | + 74,84 € |
Stufe 3 | 6.278,07 € | 6.355,79 € | + 77,72 € |
Stufe 4 | 6.679,58 € | 6.762,34 € | + 82,76 € |
Stufe 5 | 7.158,37 € | 7.247,00 € | + 88,63 € |
Stufe 6 | 7.355,29 € | 7.436,05 € | + 80,76 € |
Vergleich der Monatsbruttogehälter für Assistenzärzt:innen: TV-Ärzte VKA (Stand 01.06.2026) und TV-Ärzte TdL (Stand 01.04.2026).
Für die Entscheidung zwischen kommunalem Haus und Uniklinik sollte das Grundgehalt allerdings nicht den Ausschlag geben. Die Differenz ist mit gut einem Prozent gering, und die VKA-Tabelle läuft Ende 2026 aus, sodass sich das Verhältnis mit der nächsten Tarifrunde wieder verschieben kann. Wichtiger sind in der Praxis Weiterbildungsqualität, Dienstbelastung und Forschungsmöglichkeiten: Unikliniken punkten mit Wissenschaft und seltenen Krankheitsbildern, kommunale Häuser oft mit breiter klinischer Weiterbildung und schnelleren Rotationen.
Stufenaufstieg: So steigt das Gehalt Jahr für Jahr
In der Entgeltgruppe I des TV-Ärzte VKA steigst Du in den ersten sechs Berufsjahren jährlich eine Stufe auf: in Stufe 2 nach einem Jahr, in Stufe 3 nach zwei Jahren und so weiter, bis Stufe 6 nach fünf Jahren ärztlicher Tätigkeit erreicht ist. Im TV-Ärzte TdL folgt der Aufstieg demselben Prinzip nach Berufsjahren.
Ein Rechenbeispiel macht den Effekt greifbar: Wer im Sommer 2026 an einem kommunalen Krankenhaus startet, beginnt mit 5.722,05 Euro. Im vierten Berufsjahr stehen nach aktueller Tabelle bereits 6.679,58 Euro auf der Abrechnung, also rund 957 Euro mehr pro Monat, ganz ohne Tariferhöhungen eingerechnet.
Wichtig für alle, die den Arbeitgeber wechseln: Die Stufen richten sich nach der ärztlichen Berufserfahrung, nicht nach der Zeit in einem bestimmten Fach oder Haus. Wechselst Du nach drei Jahren die Klinik oder sogar die Fachrichtung, startest Du nicht wieder in Stufe 1, sondern nimmst Deine erreichte Stufe mit.
Mehr als das Grundgehalt: Zuschläge und Bereitschaftsdienste
Das tatsächliche Assistenzarzt Gehalt liegt fast immer deutlich über dem Tabellenwert, denn Klinikalltag bedeutet Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste. Der TV-Ärzte VKA sieht dafür feste Zeitzuschläge auf das Stundenentgelt vor:
• Überstunden: 15 Prozent
• Nachtarbeit: 20 Prozent
• Sonntagsarbeit: 25 Prozent
• Samstagsarbeit (13 bis 20 Uhr): 20 Prozent
• Feiertagsarbeit: 135 Prozent ohne Freizeitausgleich, 35 Prozent mit Freizeitausgleich
• Heiligabend und Silvester (ab 6 Uhr): 35 Prozent
Bereitschaftsdienste werden separat vergütet. In der Entgeltgruppe I liegt das Bereitschaftsdienstentgelt seit dem 1. Juni 2026 je nach Berufsjahr zwischen 36,86 und 39,66 Euro pro Stunde. Hinzu kommt ein Zuschlag von 15 Prozent des Stundenentgelts für die Dauer des Dienstes. Ab dem fünften Bereitschaftsdienst im Monat steigt die Bewertung zusätzlich um 10 Prozentpunkte je weiterem Dienst.
Unterm Strich bedeutet das: Aus einem tariflichen Jahresgrundgehalt von rund 68.700 Euro in Stufe 1 werden mit einer üblichen Dienstbelastung häufig 70.000 bis 80.000 Euro Jahresbrutto. Wie viel genau, hängt von Fachrichtung, Dienstmodell und Klinik ab.
Private und kirchliche Träger: Gehalt außerhalb von VKA und TdL
Auch außerhalb des öffentlichen Dienstes ist das Assistenzarzt Gehalt meist tariflich oder tarifähnlich geregelt. Große private Klinikkonzerne wie Helios, Asklepios, Sana oder Rhön haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund, jeweils mit eigenen Entgelttabellen und Laufzeiten. Bei kirchlichen Trägern gelten in der Regel Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) von Caritas oder Diakonie. Das Gehaltsniveau orientiert sich in allen Fällen erkennbar an den öffentlichen Tarifverträgen, im Detail lohnt aber immer der Blick in die konkrete Tabelle des Hauses, bevor Du einen Vertrag unterschreibst.
Ausblick: Was sich am Assistenzarzt Gehalt 2027 ändert
An den Unikliniken ist die Entwicklung bereits vereinbart: Zum 1. September 2027 steigen die TdL-Gehälter um weitere 2,45 Prozent, das Einstiegsgehalt in Stufe 1 klettert dann auf 5.934,83 Euro. Der Abschluss läuft bis zum 31. Juli 2028.
Für die kommunalen Krankenhäuser endet die aktuelle Entgelttabelle am 31. Dezember 2026. Marburger Bund und VKA werden also neu verhandeln, mit direkten Folgen für das Assistenzarzt Gehalt ab 2027. Sobald ein Ergebnis vorliegt, aktualisieren wir diesen Artikel.
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Assistenzarzt 2026 brutto im Monat?
Nach TV-Ärzte VKA (kommunale Kliniken) zwischen 5.722,05 Euro (Stufe 1) und 7.355,29 Euro (Stufe 6), nach TV-Ärzte TdL (Unikliniken) zwischen 5.792,90 und 7.436,05 Euro. Zuschläge und Dienste kommen hinzu.
Was verdient ein Assistenzarzt im ersten Jahr netto?
Das hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer und Krankenversicherung ab. Bei rund 5.700 bis 5.800 Euro brutto bleiben in Steuerklasse I typischerweise grob 3.400 bis 3.600 Euro netto, ohne Dienste. Eine verbindliche Zahl liefert nur ein Brutto-Netto-Rechner mit Deinen Daten.
Wo verdienen Assistenzärzte mehr: Uniklinik oder kommunales Krankenhaus?
Beim Grundgehalt liegt die Uniklinik (TdL) 2026 in jeder Stufe rund 70 bis 90 Euro pro Monat vorn. Der Unterschied ist gering und kann sich mit der nächsten VKA-Tarifrunde wieder verschieben.
Wie oft steigt das Gehalt als Assistenzarzt?
In den ersten sechs Berufsjahren jedes Jahr automatisch durch den Stufenaufstieg, zusätzlich durch Tariferhöhungen. Die Berufserfahrung zählt auch bei einem Wechsel von Klinik oder Fachrichtung weiter.
Wie lange gilt der aktuelle TV-Ärzte VKA?
Die aktuelle Entgelttabelle gilt vom 1. Juni bis zum 31. Dezember 2026. Danach steht eine neue Tarifrunde zwischen Marburger Bund und VKA an.
Quellen
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Treten Beschwerden auf oder bestehen Zweifel an einer Diagnose oder Therapie, ist stets eine Ärztin, ein Arzt oder anderes qualifiziertes medizinisches Fachpersonal hinzuzuziehen. Für eine Selbsteinschätzung oder dafür, Arzneimittel und Behandlungen ohne fachliche Begleitung zu beginnen, anzupassen oder abzusetzen, eignen sich die Texte ausdrücklich nicht; Kauf- oder Anwendungsempfehlungen für Medikamente, Gesundheitsprodukte oder Behandlungsverfahren werden dabei nicht gegeben.
Die Verwendung der bereitgestellten Inhalte geschieht grundsätzlich auf eigene Verantwortung. Auch wenn jeder Beitrag mit Sorgfalt zusammengetragen und regelmäßig überarbeitet wird, lässt sich nicht zusichern, dass die Angaben in jedem Fall zutreffend, lückenlos oder auf dem aktuellen Stand sind. Verlinkungen auf fremde Websites dienen dabei allein als weiterführendes Angebot – für die dort veröffentlichten Inhalte sind ausschließlich deren jeweilige Anbieter verantwortlich. Für Nachteile, die aus der Nutzung, dem bewussten Verzicht darauf oder aus unrichtigen beziehungsweise überholten Angaben entstehen, wird keine Haftung übernommen.
Finde deinen nächsten Job in der Medizin
Aktuelle Stellen für Ärzte, Pflege und medizinische Fachberufe.