Pflegefachkraft werden: Ausbildung, Dauer und Voraussetzungen
Hier findest du alle Details zur Ausbildung zur Pflegefachkraft: Ausbildungsablauf, Dauer, Gehalt und Voraussetzungen.

Du möchtest Pflegefachkraft werden, weißt aber nicht genau, welchen Schulabschluss du brauchst oder wie lange die Ausbildung dauert? Seit dem Pflegeberufegesetz von 2020 gibt es einen einheitlichen, generalistischen Ausbildungsweg mit festen Zugangsvoraussetzungen. In diesem Artikel erfährst du, welche Voraussetzungen du für die Pflegefachkraft Ausbildung mitbringen musst, wie lange sie dauert und wie sie in der Praxis abläuft.
Das Wichtigste in Kürze
• Die Ausbildung zur Pflegefachkraft dauert drei Jahre in Vollzeit, in Teilzeit bis zu fünf Jahre
• Zugang ab mittlerem Schulabschluss, mit Hauptschulabschluss über Pflegeassistenz oder eine zweijährige Berufsausbildung möglich
• Kein Schulgeld, stattdessen eine Ausbildungsvergütung ab dem ersten Tag
• Seit 2020 generalistische Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG)
• Bei anrechenbarer Vorbildung ist eine Verkürzung um bis zu zwei Drittel möglich
• Der Abschluss wird automatisch EU-weit anerkannt
Was macht eine Pflegefachkraft eigentlich?
Pflegefachkräfte versorgen und betreuen Menschen aller Altersgruppen. Sie führen pflegerische Maßnahmen durch, beobachten den Gesundheitszustand und setzen ärztliche Anordnungen um. Der Einsatzort ist dabei sehr vielfältig: Du kannst auf einer Krankenhausstation arbeiten, in einem Pflegeheim, in der ambulanten Pflege oder in einer psychiatrischen Einrichtung. Genau diese Bandbreite ist eine Besonderheit der heutigen Ausbildung. Seit der Pflegeberufereform 2020 lernst du alle Versorgungsbereiche kennen, statt dich schon zu Beginn auf Kranken- oder Altenpflege festzulegen.
Welche Voraussetzungen brauchst du für die Pflegefachkraft Ausbildung?
Der Standardweg führt über einen mittleren Schulabschluss, auch Realschulabschluss oder mittlere Reife genannt. Das entspricht einer zehnjährigen allgemeinen Schulbildung. Hast du einen Hauptschulabschluss, ist der Zugang trotzdem möglich, entweder über eine abgeschlossene Pflegehelfer beziehungsweise Pflegeassistenzausbildung oder über eine andere abgeschlossene Berufsausbildung mit einer Mindestdauer von zwei Jahren.
Neben dem schulischen Abschluss solltest du gesundheitlich für den Beruf geeignet sein, da die Arbeit körperlich und psychisch fordern kann. Die meisten Pflegeschulen verlangen zudem ein aktuelles Führungszeugnis sowie einen Gesundheitsnachweis. Ein Höchstalter gibt es für die Ausbildung nicht, und auch ein Mindestalter schreibt das Pflegeberufegesetz nicht mehr vor. Einzelne Pflegeschulen setzen dennoch eigene Altersgrenzen, meist zwischen 16 und 18 Jahren. Fängst du die Ausbildung minderjährig an, gelten für dich zusätzlich die Schutzregelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes, etwa bei Nacht- und Wochenenddiensten.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Pflegefachkraft?
Nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) dauert die Ausbildung in Vollzeit drei Jahre. Wird sie in Teilzeit absolviert, kann sie sich auf bis zu fünf Jahre verlängern. Bringst du bereits eine einschlägige Vorbildung mit, etwa eine abgeschlossene Kranken oder Altenpflegeausbildung, kannst du auf Antrag eine Verkürzung um bis zu zwei Drittel der Ausbildungsdauer beantragen. Wie stark sich die Zeit verkürzt, hängt von der Gleichwertigkeit deiner bisherigen Ausbildung ab und wird individuell geprüft.
Für einen noch schnelleren Einstieg gibt es inzwischen eine gesetzliche Grundlage für eine neue, bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung. Das entsprechende Gesetz wurde im Oktober 2025 von Bundestag und Bundesrat beschlossen und ersetzt die bisherigen 27 unterschiedlichen Länderregelungen für Pflegehilfe und Pflegeassistenz durch einen einheitlichen, 18-monatigen Ausbildungsweg, der in Teilzeit bis zu 36 Monate dauern kann. Die ersten Ausbildungsplätze nach diesem neuen Weg werden voraussichtlich ab 2027 angeboten, da die Länder zunächst die Finanzierung und die Rahmenlehrpläne vorbereiten müssen. Wer jetzt einen schnelleren Einstieg sucht, informiert sich am besten direkt bei Pflegeschulen vor Ort über bestehende, landesrechtlich geregelte Pflegehelfer oder Pflegeassistenzausbildungen, die weiterhin als Sprungbrett in die Pflegefachkraft Ausbildung dienen.
Wie läuft die generalistische Pflegeausbildung ab?
Die ersten zwei Jahre der Ausbildung sind für alle Auszubildenden identisch. Du durchläufst eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Grundausbildung, die dich befähigt, Menschen jeden Alters in allen Versorgungsbereichen zu pflegen. Vor dem letzten Ausbildungsdrittel hast du dann ein Wahlrecht. Du kannst entweder die generalistische Ausbildung fortsetzen und mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann beenden, oder dich auf die Altenpflege beziehungsweise die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege spezialisieren und einen gesonderten Berufsabschluss erwerben.
Fachlich und zeitlich teilt sich die Ausbildung in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der Unterricht findet an einer staatlich anerkannten Pflegeschule statt, die praktische Ausbildung in unterschiedlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen, ambulanten Diensten und psychiatrischen Einrichtungen. Sie gliedert sich in einen Orientierungseinsatz, mehrere Pflichteinsätze, einen Vertiefungseinsatz sowie weitere Einsätze, damit du möglichst viele Bereiche der Pflege praktisch kennenlernst. Am Ende steht eine staatliche Abschlussprüfung aus schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil.
Ein großer Vorteil der generalistischen Ausbildung: Dein Abschluss wird automatisch EU-weit anerkannt, sodass dir auch eine Tätigkeit im europäischen Ausland offensteht.
Wie viel verdienst du während der Ausbildung?
Anders als früher in der Altenpflege musst du für die Pflegeausbildung heute kein Schulgeld mehr zahlen. Stattdessen erhältst du von Anfang an eine Ausbildungsvergütung. Wie hoch sie ausfällt, hängt vom Träger deiner praktischen Ausbildung und vom jeweils angewendeten Tarifvertrag ab.
Bist du bei einem Träger im öffentlichen Dienst angestellt, gilt in der Regel der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, Besonderer Teil Pflege (TVAöD Pflege). Nach der seit dem 1. Mai 2026 gültigen Entgelttabelle erhältst du im ersten Ausbildungsjahr rund 1.490 Euro brutto im Monat, im zweiten Jahr steigt die Vergütung auf etwa 1.552 Euro und im dritten Jahr auf rund 1.653 Euro (Quelle: TVAöD Besonderer Teil Pflege, Entgelttabelle Stand Mai 2026). Hinzu kommt eine Jahressonderzahlung in Höhe von 90 Prozent des durchschnittlichen Entgelts der Monate August bis Oktober sowie bei erfolgreich bestandener Abschlussprüfung eine einmalige Prämie von 400 Euro (Quelle: TVAöD Allgemeiner Teil, § 14 und § 17). Bei kirchlichen oder privaten Trägern kann die Vergütung abweichen, orientiert sich aber häufig an den Sätzen des öffentlichen Dienstes.
Pflegefachkraft werden ohne mittleren Schulabschluss oder als Quereinsteiger:in
Auch ohne geradlinigen Lebenslauf steht dir der Weg in die Pflege offen. Mit einem Hauptschulabschluss führt der klassische Umweg über eine Pflegehelfer oder Pflegeassistenzausbildung, die auf die spätere Pflegefachkraft Ausbildung angerechnet wird. Bist du bereits berufstätig und möchtest umschulen, unterstützen Agentur für Arbeit oder Jobcenter die Finanzierung häufig über einen Bildungsgutschein, der die Lehrgangskosten übernimmt und dir während der Umschulung finanzielle Unterstützung sichert.
Arbeitgeber schätzen Quereinsteiger:innen oft besonders, weil sie neben ihrer Motivation meist schon Berufserfahrung, Belastbarkeit und ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag mitbringen. Ob mit 18, 35 oder 50 Jahren: Ein Höchstalter für den Einstieg in die Pflegefachkraft Ausbildung gibt es nicht.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Mit dem Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann stehen dir viele Wege offen. Du kannst dich über Fachweiterbildungen spezialisieren, etwa in der Intensivpflege, Onkologie oder Anästhesie, oder berufsbegleitend ein Pflegestudium anschließen und dich so für Führungs- oder Lehrfunktionen qualifizieren.
Häufige Fragen zur Pflegefachkraft Ausbildung
Wie lange dauert die Ausbildung zur Pflegefachkraft?
In Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit bis zu fünf Jahre. Bei anrechenbarer Vorbildung ist eine Verkürzung um bis zu zwei Drittel möglich.
Welchen Schulabschluss brauche ich für die Pflegefachkraft Ausbildung?
Der Standardweg setzt einen mittleren Schulabschluss voraus. Mit einem Hauptschulabschluss kannst du über eine Pflegehelfer oder Pflegeassistenzausbildung oder eine mindestens zweijährige Berufsausbildung einsteigen.
Muss ich für die Pflegeausbildung Schulgeld zahlen?
Nein. Seit dem Pflegeberufegesetz ist die Ausbildung bundesweit schulgeldfrei, zusätzlich erhältst du eine Ausbildungsvergütung.
Kann ich die Ausbildung zur Pflegefachkraft verkürzen?
Ja. Bei einer anrechenbaren Vorqualifikation, etwa einer bereits abgeschlossenen Pflegeausbildung, ist auf Antrag eine Verkürzung um bis zu zwei Drittel der Ausbildungsdauer möglich.
Gibt es ein Mindest oder Höchstalter für die Ausbildung?
Ein Höchstalter gibt es nicht. Ein gesetzliches Mindestalter schreibt das Pflegeberufegesetz ebenfalls nicht vor, einzelne Pflegeschulen setzen aber eigene Altersgrenzen, meist zwischen 16 und 18 Jahren.
Was verdient man während der Pflegefachkraft Ausbildung?
Nach TVAöD Pflege liegt die Vergütung seit Mai 2026 bei rund 1.490 Euro brutto im ersten, 1.552 Euro im zweiten und 1.653 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Bei anderen Trägern kann sie abweichen.